Städtereisen Deutschland sind eine wunderbare Möglichkeit, die Vielfalt der Regionen kennen zu lernen. Denn Deutschland ist kein einheitliches Gebilde, sondern bezieht seinen Reiz vor allen Dingen aus den unterschiedlichen Ausprägungen seiner Kultur und wechselnden Zentren seiner Geschichte. Denken Sie nur einmal an die norddeutsche Backsteingotik und den bayrischen Barock. In den Städten sind diese Zeugnisse bewahrt und verbinden sich oft auf originelle Weise mit dem Neuen.
Ein Städtetripp bietet die Gelegenheit, an einem Tag oder an einem Wochenende nicht nur den eigenen Charme einer Stadt zu entdecken, sondern auch das Typische der Region. Heidelberg ist erfüllt von der deutschen Fachwerkromantik, Hamburg vom maritimen Flair, München lässt bereits den mediterranen Hauch spüren, Weimar ist die Stadt der Klassik. Im kleinen Quedlinburg südlich des Harzes steht das älteste Haus Deutschlands, der Kölner Dom war jahrhundertelang das höchste deutsche Bauwerk.
Manchmal sind Städte auf wundersame Weise miteinander verbunden, obwohl sie in ganz anderen Gegenden und weit entfernt voneinander liegen. Frankfurt am Main und Leipzig sind solch ein Beispiel. Das hängt nicht nur damit zusammen, dass der größte deutsche Dichter, Johann Wolfgang von Goethe, sie literarisch verewigt hat. Schon wenn der Besucher in den Bahnhof einfährt, hat er ein vergleichendes Gefühl. Denn beide Städte verfügen über die größten Kopfbahnhöfe Deutschlands. Beide Bahnhöfe stehen auch im gleichen Verhältnis zum Stadtraum, den sich der Besucher auf kurzem Weg ins Zentrum mit dem Übergang über den inneren Stadtring erschließt. Frankfurt am Main wie Leipzig sind traditionelle Messestandorte. Beide richten sie auch eine bedeutende Buchmesse aus, wobei hier sicherlich Frankfurt am Main der Vorrang gebührt. Die hessische Metropole hat denn auch etliche Hochhäuser mehr als Leipzig, genauer gesagt verfügt Leipzig eigentlich nur über ein einziges. Aber das ist wiederum die Universität. Andere Städte gehen ähnlich mit ihrer Tradition um.
Hannover hat die Herrenhäuser Gärten, Potsdam das Weltkulturerbe von Sanssouci. Beide Städte erschließen das Wirkungspotenzial ihrer historischen Parkanlagen mit Events, die mittlerweile europaweit berühmt sind. Das barocke Ambiente beider Gärten erwacht in einer Nacht des Jahres wieder zum Leben. Der Besucher meint, sich inmitten im gehobenen Amüsement des 18. Jahrhundert zu bewegen.
Aber auch kleinere Städte sind eine Städtereise wert, weil sie Erstaunliches zu bieten vermögen. So wie Bad Muskau in Sachsen oder Cottbus in Brandenburg - weil der berühmte Fürst Hermann von Pückler hier Parks von Weltgeltung anlegte.